Weihnachtsmarkt Bonn

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Eigentlich sollte letzten Samstag mein erster Weihnachtsmarktworkshop auf dem Bonner Weihnachtsmarkt stattfinden, aber dieser

fiel leider wegen zu geringer Teilnehmeranzahl aus.

Also habe ich den Weihnachtsmarkt allein mit Kamera genossen und ging fotografisch bummeln. Das betone ich so, weil ich das tatsächlich trenne. Entweder gehe ich mit Freunden bummeln und dann wird nur gequatscht, gelacht und gegessen oder aber ich zieh allein mit Kamera plus max. Gleichgesinnten los. Die Licht-Stimmung abends auf dem Weihnachtsmarkt ist schon sehr schön und wollte eingefangen werden. Die tollen Düfte nach Zimt, Gebackenen, gebrannten Mandeln und Lachs über offenen Feuer können Fotos leider noch nicht wiedergeben, aber die warme Atmosphäre zwischen den vielen bunten Lichtern und Bling Bling auf den Bildern bringt schon ganz viel Weihnachtsstimmung rüber. Ich liebe ja Weihnachtsschmuck aus Glas. Als Kind war ich einmal auf einer Weihnachtskugelmesse. Ich kam aus dem Staunen nicht mehr raus und wollte gar nicht mehr gehen. Wahrscheinlich gab es nicht nur Baumbehang zu sehen, aber ich erinnere mich nur noch Kugeln, Zapfen und ähnlichen, die um die Wette funkelten und glitzerten. Da ist also etwas sehr tief verwurzelt.

Aber nun zur Weihnachtsmarktfotografie. Jedweder Vernunft ging ich also am Samstagabend los, da dies ja auch mein Seminartag gewesen wäre und ich just freie Stunden hatte. Nur gut, dass der Kurs ausfiel, denn es war voller als voll und von mir vermutet. 2016 gibt es einen Wochentags-Termin. Am besten geht ihr Anfang der Woche auf Tour.

Auf dem Weihnachtsmarkt ist es natürlich auch in der Woche so voll, dass es nicht viele Plätze gibt, an denen ihr euer Stativ aufstellen könnt. Aber immerhin ist es möglich und es lohnt sich, da ihr so sehr schöne Langzeitbelichtungsfotos machen könnt.

Wenn ihr mit dem Stativ losgeht, dann nutzt auf jeden Fall die blaue Stunde. Sie dauert nur ca. 30 min, weshalb ihr früh genug am Platz der Begierde euer Stativ aufbauen solltet, um den herrlich blauen Himmel, wenn er denn klar genug ist, einzufangen. Da ich an dem Tag nur fotografisch bummeln war, hatte ich kein Stativ dabei und nur ein paar Fotos aus der Hand geschossen. Das geht natürlich auch, aber die ISO ist unendlich hoch und es sind eben nur Schnappschüsse. Wollt ihr wirklich gute Fotos machen, dann geht ein paar Tage vor dem Shooting über und um den Weihnachtsmarkt und sucht 1 – 2 interessante Location für die blaue Stunde aus. Über die blaue Stunde werde ich demnächst detaillierter schreiben, aber wer nicht so lange warten möchte, ist auch ganz herzlich zu meinem Workshop „Blaue Stunde“ eingeladen.

Wenn ihr also vor dem eigentlichen Shooting sowieso einmal unterwegs seid, dann schaut euch auch gleich auf dem Weihnachtsmarkt um und pickt euch die schönsten Stände raus. Nicht jede Bude ist es würdig, abgebildet zu werden. Ich mag es sehr gerne, wenn die Verkäufer uniformiert sind und zum Produkt passen. Fragt sie ganz freundlich, ob ihr sie fotografieren dürft. Die meisten haben absolut nichts dagegen, sondern freuen sich über die Aufmerksamkeit. Ich habe nicht immer alle nach Erlaubnis gefragt, weil ich den Moment nicht zerstören wollte. Es ist ein ganz ähnliches Thema wie in der Streetfotografie.

Falls es hohe Gebäude am Markt gibt, die man betreten kann, dann ist dies natürlich toll und sollte auf jeden Fall genutzt werden. So ein Weihnachtsmarkt von oben in der ganzen Pracht ist schon ein besonderes Foto. Dies solltet ihr aber auf jeden Fall mit Stativ aufnehmen, da sich sonst der ganze Aufwand des Treppensteigens nicht lohnt. Findet sowas vor dem Shooting raus, fragt die Verantwortlichen und macht evtl. einen Termin.

Wenn ihr die Fotos vom Stativ macht, dann sind die Einstellungen recht eindeutig.

Modus M, ISO 100, die Blende, die euch gefällt und dann über den Live View im Display die Verschlusszeit so einstellen, dass die Szenerie optimal belichtet ist. Entweder einen Funkauslöser oder Selbstauslöser verwenden, damit keine Erschütterung die Fotoqualität beeinträchtigt. Den Stabilisator ausstellen, wenn es den gibt. Nicht jeder kann über den Live View die Lichtverhältnisse bei geänderter Blende und Verschlusszeit sehen, da ältere Kameras nicht über die Technik verfügen. Dann muss eben ein bisschen rumprobiert werden.

Meist ist es im Dezember kalt, was bedeutet, dass die Akkus nicht so lange durchhalten. Also auf jeden Fall einen Ersatzakku dabei haben und diesen am warmen Körper tragen. Ich habe ihn meist in der Hosentasche.

Viele von euch möchten schöne Fotos von den Buden ohne Stativ machen, was ich sehr gut nachvollziehen kann. Ich habe es ja nicht anders gemacht. Alternativ könnt ihr natürlich tagsüber fotografieren, aber gerade die Lichter in der Nacht sind ja das Besondere und spiegeln Weihnachten perfekt wieder. Also bleibt euch nichts anderes übrig, als mit ISO hoch zu gehen, was die Bildqualität mindert oder die Blende so weit wie möglich zu öffnen.

Wenn ihr noch kein lichtstarkes Objektiv habt, so lohnt es sich auf jeden Fall, eines anzuschaffen, weil man das immer gebrauchen kann, auch wenn es keine Lichtnot gibt (spielen mit geringer Schärfentiefe). Lichtstarke Objektive, die also eine sehr offene Blende zulassen, sind meist sehr teuer. Wer nicht so viel Geld ausgeben möchte, der kann sich ja erst einmal das sehr preiswerte 50 mm mit Blende f 1.8 anschaffen. Für den Preis hat es eine sehr gute Qualität und mit ein bisschen Fußarbeit kann man fast alles ablichten. Für den Weihnachtsmarkt wäre es eine tolle Linse.

Ich war aber an dem Abend mit meinem Weitwinkel 17 – 50 mm mit offener Blende von 2.8 unterwegs. Schärfentiefe ist natürlich Geschmackssache, aber so eine offene Blende auf einem Weihnachtsmarkt hat natürlich viele Vorteile.

1. mehr Licht, was sich positiv auf Verschlusszeit und ISO auswirkt
2. eine tolle Freistellung um das Hauptobjekt
3. Lichter im Hintergrund werden zu hellen runden Kreisen und geben dem Foto eine besondere Stimmung und Note.

Hier nun ein paar Impressionen ohne Stativ im vollen Gewusel. Nächstes Jahr werde ich dann aber all meine Tipps beherzigen und mit Stativ unter der Woche richtig gute Fotos machen.

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